Schamlos? Sexualmoral im Wandel

Ausstellung vom 19. Juli bis 04. Oktober 2020.

Das Miteinander der Geschlechter hat sich in den vergangenen sieben Jahrzehnten tiefgreifend und nachhaltig verändert. Alte Leitbilder gehen über Bord – in der Bundesrepublik ebenso wie in der DDR. In Bezug auf Sexualität und Partnerschaft scheint heute alles möglich. Aber macht uns das wirklich frei? Als Leih-Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte beleuchtet „Schamlos? Sexualmoral im Wandel“ die tiefgreifenden Veränderungen von Sexualmoral und Geschlechterbeziehungen in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei berücksichtigt sie die unterschiedlichen Lebensbedingungen und -erfahrungen im geteilten Deutschland.

Partnerschaft und Sexualität gehören zum Intimsten des Menschen. Gleichzeitig unterliegen sie gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen und sind oft Gegenstand öffentlicher Debatten. Gegliedert in sechs Bereiche behandelt die Ausstellung „Schamlos? Sexualmoral im Wandel“ die Kontroverse um Sexualität und Geschlechterbeziehungen zwischen Liberalisierung, Werteverfall und Pluralisierung.

Sexualität fand in Deutschland lange hinter verschlossenen Türen statt, bis die 1960er Jahre eine Welle der Hemmungslosigkeit auslösten. Journalist und Filmemacher Oswalt Kolle sowie Erotik-Unternehmerin Beate Uhse wurden zu Wegweisern dieser „Sexwelle“: Peepshows, Pornokinos und Nachtclubs vermarkteten Erotik nun in aller Öffentlichkeit.

Heute ist nackte Haut auf der Straße oder in den Medien selten noch Sensation oder Provokation. Was die Gesellschaft jedoch immer noch spaltet, sind Themen wie die Gleichberechtigung Homosexueller. Der Streit um die „Regenbogenfamilie“ führt die Aktualität des Themas deutlich vor Augen.

Die Ausstellung „Schamlos? Sexualmoral im Wandel“ besteht aus Plakaten, Zeitschriften, Fotografien sowie einigen dreidimensionalen Objekten. Eine lila Latzhose ist Sinnbild der politischen Emanzipation. Zensierte LP-Covers von Roxy Music und den Rolling Stones werden zum Manifest einer ganzen Bewegung. Zeitschriften wie die „Bravo“, Spiele zu Verhütung und Sexualität oder ein Filmplakat des Regisseurs Oswalt Kolle stehen für eine neue Aufklärungswelle Ende der 1960er Jahre.

„Schamlos? Sexualmoral im Wandel“ ist eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Eintritt: frei

Öffnungszeiten:
Mi | Do: 11–17 Uhr
Fr: 09–13 Uhr
Sa | So: 13–17 Uhr