Gelber Bananenpointillismus & Stielbilder | Thomas Baumgärtel

Ausstellung vom 12. Mai bis zum 12. Juli 2026

Thomas Baumgärtel realisiert zu seinem 40-jährigen Jubiläum der Spraybanane und als Hommage an seine Heimat, den Niederrhein, in den Monaten Mai, Juni und Juli 2026 eine Niederrhein-Ausstellungstour in 40 Kunst-Häusern unter dem Motto „Freiheit der Kunst“. Jedem mitwirkenden Standort wird eine seiner Werkgruppen zugeordnet. Auch das Museum der Niederrheinischen Seele, Villa Erckens ist mit von der Partie: In der Villa Erckens sowie in der Versandhalle auf der gegenüberliegenden Stadtparkinsel werden zahlreiche Exponate der beiden Werkgruppen „Gelber Bananenpointillismus“ und „Stielbilder“ ausgestellt.

Die Werkgruppe „Gelber Bananenpointillismus“  – präsentiert in der Versandhalle – markiert seit 1995 einen entscheidenden Einschnitt in seinem Œuvre und stellt eine konsequente Weiterentwicklung seiner ikonischen Bananen-Motivik dar. In diesem Jahr beginnt Thomas Baumgärtel, eine etwa zehn Zentimeter große Bananenschablone systematisch als malerisches Modul einzusetzen. Die Banane fungiert dabei nicht mehr primär als Einzelmotiv oder ironisches Signet im öffentlichen Raum, sondern als strukturbildendes Element der Bildkonstitution. Sie ersetzt den traditionellen Pinselstrich und wird zur kleinsten formalen Einheit des Bildgefüges. Kunsthistorisch lässt sich dieses Verfahren in eine Traditionslinie serieller Bildorganisation einordnen. Technisch basieren die Arbeiten auf Spraylack oder Acryl auf Leinwand. Durch Variation von Dichte, Überlagerung und Richtung der Schablonen entsteht eine vibrierende Oberfläche, die aus der Distanz figurative Sujets – Porträts politischer Akteure, kunsthistorische Referenzen, Architekturen wie den Kölner Dom, Szenen der Zeitgeschichte oder Motive aus der Popkultur – klar erkennbar werden lässt.

In der Werkgruppe „Stielbilder“ – präsentiert im Erdgeschoss der Villa Erckens – konzentriert sich der Künstler seit 2012 konsequent auf ein scheinbar marginales Detail: den markant geformten Stiel seiner ikonischen Spraybanane. Was im urbanen Raum als Signaturzeichen funktioniert, wird hier zum elementaren Baustein einer komplexen malerischen Strategie. Jeder einzelne Bananenstiel wird individuell und einzeln gesprüht; größere Formate der Serie bestehen aus bis zu rund 20.000 handgesprühten Stielen. Er überführt digitale Bildvorlagen nach dem Prinzip des modernen Vierfarbdrucks (CMYK) zurück in Malerei. An die Stelle der Rasterpunkte treten die Bananenstiele, die als modulare, farbige Einheiten das Bild aufbauen. Dadurch entsteht eine hybride Bildstruktur zwischen Druckästhetik und Handarbeit, zwischen serieller Repetition und individueller Geste. Aus der Distanz erscheinen die Arbeiten als üppige Früchtestillleben, Porträts, Architekturen oder idyllische Landschaften. Erst in der Nähe offenbart sich die Konstruktion: Das Motiv zerfällt in ein flirrendes Feld aus abstrahierten Stielformen, die sich visuell nahezu auflösen. Mit zunehmendem Abstand schält sich das Bild wieder zu einer klar lesbaren Darstellung heraus. Dieser bewusste Wechsel zwischen Abstraktion und Illusion ist konstitutiv für die Serie.

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